Mikroinvasive Eingriffe bei Neugeborenen erstmalig in Sachsen-Anhalt, in der Universitätsmedizin Magdeburg durchgeführt

Einstichstellen mit Pfeilen markiert
Einstichstellen mit Pfeilen markiert

Zum ersten Mal in der Geschichte von Sachsen-Anhalt wurde in der Abteilung für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin eine Ösophagusatresie sowie eine Zwerchfellhernie OP, durch die sogenannte Schlüsselllochtechnik, durchgeführt. Das Team um Privatdozent Dr. med. Salmai Turial, Chefarzt der Abteilung Kinderchirurgie, Kindertraumatologie und Kinderurologie hat diese beiden OPs minimalinvasiv, mikrothorakoskopisch (nur mit 2mm-Instrumenten) erfolgreich verwirklicht.

Bei den beiden Eingriffen handelt es sich um lebensbedrohliche angeborene Fehlbildungen, die dringend korrigiert werden mussten, um die Funktionsfähigkeit der betroffenen Organe wiederherstellen zu können. Bei der Ösophagusatresie handelt es sich um eine Fehlbildung der Speiseröhre, bei der diese keine Verbindung zum Magen hat und bei dem Neugeborenen in der Luftröhre mündete. Bei dem anderen Neugeborenen wurde eine Operation eine Zwerchfellhernie durchgeführt. Dieser Eingriff wird notwendig, wenn im Zwerchfell ein großes Loch vorliegt und die Gedärme sich in dem Brustraum verlagern und dort die Lunge sowie das Herz verschoben werden.

Diese beiden erfolgreichen Eingriffe wurden in enger Zusammenarbeit mit der Neonatologie der Kinderklinik und der Kinderanästhesie der Universitätsmedizin durchgeführt, die als Fachbereiche mit ihren Spezialisten hervorragend miteinander verzahnt sind.

Privatdozent Dr. Turial übernahm zum 1. Oktober 2020 als neuer Chefarzt die Leitung der Abteilung Kinderchirurgie, die zu der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie gehört.

PD Turial blickt auf viele Jahre Erfahrung und Einsatz im Bereich der Kinder- und Jugendchirurgie auf internationalem Niveau zurück. Darüber hinaus ist Dr. Turial Forscher und Weiterentwickler der "winzigsten Instrumente der Welt", mit einem Durchmesser von 1,9 mm. Dr. Turial hat auch schon einige sehr kleine frühgeborene Babys, die manchmal kleiner sind die als die Handfläche eines Erwachsenen (bis zu 500g Köpergewicht), weltweit erstmalig minimal invasiv operiert. Die Universitätsmedizin ist stolz, mit der Verpflichtung von PD Dr. Turial diese neue schonende Technik auch bei den allerkleinsten und empfindlichsten Patienten anbieten zu können.
Zudem hat er sich deutschlandweit einen Namen als Spezialist für die Versorgung von Patienten mit Trichter- und Kielbrust gemacht. Ein besonderes Forschungsgebiet umfasst die Diagnostik und Behandlung des Morbus Hirschsprung (fehlerhafter Aufbau des Nervensystems des Darmes). Ferner wird an der hiesigen Kinderchirurgie die Erforschung der Ursachen von Thoraxwanddeformitäten bei Kindern und Jugendlichen angestrebt.

Anhang:

Die Einstichstelle des operierten Babys ist mit Pfeilen markiert, Foto: UMMD

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