Epilepsie-Selbsthilfeforum am 18.+19.10. in Magdeburg

Mitteilung vom: 11.10.2019

Seit inzwischen 23 Jahren ist der Tag der Epilepsie am 5. Oktober ein zur Tradition gewordener Tag, der Epilepsiekranken und Betroffenen gewidmet ist. Das dies jährige Motto des Tags der Epilepsie heißt: Epilepsie - echt jetzt? Die Landesverbände der Epilepsie-Selbsthilfe und auch die regionalen Epilepsie-Selbsthilfegruppen beteiligen sich an der Veranstaltung. Der Epilepsie-Landesverband Sachsen-Anhalt lädt in Kooperation mit der Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg auch in diesem Jahr zu einem zweitägigen Selbsthilfeforum mit einem abwechslungsreichen Programm ein.

Das Treffen beginnt am Freitag, dem 18. Oktober 2019 um 17.00 Uhr und endet am Sonnabend, dem 19. Oktober, mit einer gemeinsamen Besichtigung im Hundertwasserhaus mit abschließender Auswertung im Cafe´, die um 14 Uhr beginnt. Veranstaltungsort ist die Jugendherberge Magdeburg, Leiterstraße 19. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Als der Tag der Epilepsie im Jahre 1996 von der Deutschen Epilepsievereinigung (DE) ausgerufen wurde, hatte sie zum Ziel, jedes Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen und Diskussionsforen sowie Angeboten auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Der Aktionstag soll dazu beitragen, auf eine Krankheit hinzuweisen, die sehr verbreitet ist, aber der dennoch nicht genügend Beachtung geschenkt wird, auf Grund der Vorurteile, die gegenüber der Erkrankung und den Betroffenen herrschen.

Privatdozent Dr. med. Friedhelm Schmitt, Leiter der Epileptologie der Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg, weist darauf hin, dass Epilepsie eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in der Neurologie ist: "Die Häufigkeit dieser Erkrankung liegt bei ca. 0,7 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich dazu, sind es bei der Multiple Sklerose ca. 8-mal weniger, also ca. 0,09 Prozent." Allein in Sachsen-Anhalt sind somit ca. 17. 000 betroffen, in ganz Deutschland sind es etwa 500.000 Menschen. Etwa fünf Prozent der Menschen erleben einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. Er führt aus, dass "neben den medizinischen Konsequenzen einer schlecht behandelten Epilepsie und der befürchteten Stigmatisierung, diese Erkrankung sehr häufig auch konkrete soziale Folgen, wie zum Beispiel Arbeitsplatzverlust, Schwierigkeiten den gelernten Beruf auszuüben oder/und der jahrelange Verlust der Fahrerlaubnis haben kann".

Privatdozent Dr. Schmitt wird die Veranstaltung am Freitag, dem 18. Oktober 2019, um 17.00 Uhr als Mitglied des Landesverbandes Epilepsie eröffnen und anschließend zwei Vorträge halten. Bei dem ersten Vortrag geht es um "Notfall und Alltag - Medikamentöse Behandlung epileptischer Anfälle". Im anschließenden zweiten Vortrag gibt Dr. Schmitt einen Einblick in die Möglichkeit neurochirurgischer Behandlung epileptischer Anfälle. An der anschließenden Podiumsdiskussion "An meinen Kopf kommt (k)einer (mehr) ran" berichten Betroffene, die operiert wurden und die nicht operiert werden wollten. Am Samstag, den 19. Oktober, stehen Themen wie "Soziale Folgen und Möglichkeiten der Beratung bei Epilepsie sowie ein Workshop-Epilepsie im Internet als Hilfestellung beim Einstieg ins World Wide Web, beim Umgang mit sozialen Medien, Smartphone Apps sowie Erstellung eines Blogs, an.

Epilepsie ist dadurch gekennzeichnet, dass das Gehirn krankhaft dazu neigt Nervenzell-Entladung aneinander anzugleichen (d.h. zu "synchronisieren"), so dass dann epileptische Anfälle entstehen. Aufgrund des plötzlichen Auftretens und wieder Verschwindens wird solch ein Anfall auch mit einem "Gewitter" verglichen. Anfälle entstehen in der Regel unvorbereitet und nur bei wenigen Patienten mit einer kurzen Vorwarnung wenige Sekunden vorher. Sie dauern in der Regel weniger als fünf Minuten an und führen zu unterschiedlichsten Ausprägungen beim Patienten, die seine Wahrnehmung, seine Bewegungen oder seine geistigen Fähigkeiten vorübergehend beeinflussen können. Diese Veränderungen können sich von Patient zu Patient sehr unterscheiden. Meist sind aber motorische Entäußerungen (Bewegungen) Teil des "Kernsymptoms", also das herausstellende Merkmal des Anfalls.

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