Barmer informiert: Steckt die Schilddrüse hinter manchem Burnout?

Mitteilung vom: 10.04.2018

Magdeburg, 10. April 2018 - Nahezu jede zehnte Frau in Sachsen-Anhalt leidet an einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Das geht aus Analysen der BARMER für das Jahr 2016 hervor. "Demnach waren 9,77 Prozent oder 111.000 Sachsen-Anhalterinnen wegen Unterfunktion der Schilddrüse in ärztlicher Behandlung", sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der BARMER. Bundesweit sind 10,57 Prozent aller Frauen betroffen. Häufige Folgen dieser Schilddrüsenkrankheit sind Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder eine Gewichtszunahme. "Die vielfältigen Beschwerden machen es Ärzten mitunter schwer, sofort einer Schilddrüsenerkrankung auf die Spur zu kommen. Nicht selten können die scheinbar psychischen Symptome zu Fehldiagnosen wie Burnout, Angststörungen oder leichten Depressionen führen", sagt Axel Wiedemann.

Blutuntersuchung kann Klarheit bringen
Wichtigster Ansatzpunkt für die Diagnostik ist eine Blutuntersuchung. Dabei wird der TSH-Wert (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) bestimmt. "Der TSH-Wert gibt Aufschluss darüber, ob die Schilddrüse ausreichend Hormone bildet. Verschiedene bildgebende Verfahren können darüber hinaus der weiteren Abklärung dienen", so der BARMER-Landesgeschäftsführer. Eine Unterfunktion der Schilddrüse ist in der Regel nicht heilbar, kann aber dauerhaft gut mit Medikamenten behandelt werden. Männer sind deutlich seltener wegen einer Schilddrüsenunterfunktion in ärztlicher Behandlung: Nach Auswertungen der BARMER sind es in Sachsen-Anhalt 2,79 Prozent oder 30.750 Männer (bundesweit 3,01%).

Deutlich seltener als die Unterfunktion tritt die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auf. "Auch hierbei sind Frauen häufiger betroffen als Männer: In Sachsen-Anhalt sind 3,88 Prozent oder 44.000 Frauen (bundesweit 3,49%) und 1,44 Prozent oder 16.000 Männer (bundesweit 1,29%) wegen einer Schilddrüsenüberfunktion in ärztlicher Behandlung", sagt Axel Wiedemann. Die Schilddrüse produziert in diesem Fall zu viele Hormone, was sich durch Ruhelosigkeit, Zittern, beschleunigten Herzschlag, übermäßiges Schwitzen oder Gewichtsverlust äußern kann. Die Behandlung erfolgt zumeist medikamentös mit so genannten "Schilddrüsenblockern" in schweren Fällen raten Mediziner zur Operation.

Hintergrund: Die Schilddrüse

Die Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes. Ihre Aufgabe ist es, die lebenswichtigen Hormone Thyroxin und Trijodthyronin zu bilden. Sie erhöhen zum Beispiel die Herzfrequenz, den Sauerstoff- und Energieverbrauch, die Körpertemperatur oder beeinflussen den Mineralstoffhaushalt. Zudem aktivieren sie die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut sowie die Darmmotorik. Im Nervensystem bewirken sie eine gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen. Schilddrüsenhormone können aber auch das seelische Gleichgewicht, die Sexualität und die Fruchtbarkeit beeinflussen. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen im Mutterleib kann zu schweren Entwicklungsstörungen des Ungeborenen führen.

Weitere Informationen zu Schilddrüse und Schilddrüsenerkrankungen unter: www.barmer.de/s000562


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