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Aktionstag: Über Organ- und Gewebespenden informieren
Derzeit warten in Deutschland etwa 12.000 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan, über 8.000 auf eine Niere.
Medizinische Fakultät MLU Halle-Wittenberg
Es warten etwa dreimal so viele Menschen auf eine neue Niere, wie Transplantate vermittelt werden können. Für Herz und Leber gilt: Einige Patienten müssen wegen schlechten Allgemeinzustandes von der Warteliste genommen werden, andere sterben, weil kein Organ rechtzeitig zur Verfügung steht. Die Kluft zwischen dem Bedarf an Organen und den realisierten Transplantationen ist groß - obwohl Organ- und Gewebespenden und Transplantationen heute zum Standard der medizinischen Versorgung gehören und das Leben vieler schwerkranker Menschen retten oder die Lebensqualität deutlich verbessern können. Unter dem Motto "Leben und Licht spenden - mit Organ- und Gewebespenden Leben retten und Hoffnung schenken" veranstaltet das Universitätsklinikum Halle (Saale) am Samstag, 13. März 2010, einen Informationstag für die interessierte Öffentlichkeit über Organ- und Gewebespenden.
Zwischen 10 und 14 Uhr informieren Experten der halleschen Universitätskliniken und Polikliniken für Augenheilkunde sowie Urologie über ihre Transplantationsprogramme. Unterstützt werden sie von der Deutschen Stiftung Organtransplantation sowie der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation. Auf dem Programm stehen beispielsweise Vorträge über die Organisation der Gewebe- und Organspenden, die Nieren- und Hornhauttransplantation sowie über die Lebendspenden bei Nieren. Zudem berichten transplantierte Patienten über ihre Erfahrungen. Im vergangenen Jahr wurden im Nierentransplantationszentrum (NTZ) der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie (Direktor Professor Dr. Paolo Fornara) 60 Nieren, darunter acht Lebendspenden, durchgeführt. In den vergangenen 35 Jahren seit Gründung des NTZ waren es 1657 Nieren. In Halle erfolgten zwei wichtige Meilensteine der Transplantationsmedizin. So wurde 1966 die erste Nierentransplantation der damaligen DDR durch Professor Dr. Heinz Rockstroh durchgeführt. 2008 erfolgte die erste laparoskopisch durchgeführt blutgruppenungleiche (ABO-inkompatiple) Lebendnieren-transplantation durch Professor Fornara.
Filme informieren über Hornhaut- und Nierentransplantationen sowie die Organspende allgemein. Besucher können am Phantom laparoskopische Operationstechniken, wie sie zur Lebendnierenspende benötigt werden, "trainieren" sowie Hornhäute sowie verschiedene Hornhaut- und verschiedene Organmodelle anschauen. Zudem präsentieren sich Selbsthilfegruppen. Die Veranstaltung findet im Universitätsklinikum Halle (Saale), Standort Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude, statt.
Im Rahmen der Organspende können in Deutschland das Herz, die Lunge, die Nieren, die Leber, der Pankreas und der Dünndarm gespendet und transplantiert werden. Bei Geweben ist es möglich z.B. Augenhornhäute, Herzklappen, Blutgefäße, Knochen oder Haut für Transplantationen zu spenden. Transplantationen sind nur möglich, wenn Menschen sich zu Lebzeiten mit der Organspende auseinandersetzen, dazu eine persönliche Entscheidung treffen, diese schriftlich festhalten und mit ihren Angehörigen sprechen.
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