 |
KBV unterstützt offensiven Umgang mit Fehlern
Behandlungsfehler – Mit CIRSmedical.de verfügen Beschäftigte im Gesundheitswesen über ein funktionsfähiges Berichtssystem.
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Berlin, 22. Februar 2010 - "Wir begrüßen und unterstützen einen offensiven Umgang mit ärztlichen Fehlern. Dabei setzen wir auf das Prinzip der Freiwilligkeit, denn Zwangsmaßnahmen schaffen keine Akzeptanz und helfen weder Ärzten noch Patienten. Ein reines Melderegister greift außerdem zu kurz, denn dieses erzielt keinen Lerneffekt." Das hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, zu der jüngsten Diskussion über ein Melderegister für ärztliche Behandlungsfehler gesagt.
Um den verantwortungsvollen Umgang mit Fehlern und Beinahe-Schäden zu unterstützen, haben die KBV und die Bundesärztekammer bereits vor fünf Jahren ein Berichts- und Lernsystem im Internet eingerichtet: CIRSmedical.de. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) betreut das Online-Portal im Auftrag der beiden Ärzteorganisationen. CIRS steht für Critical Incident Reporting-System.
"Dabei handelt es sich um ein anonymes Berichts- und Lernsystem für kritische Ereignisse und Fehler in der Medizin. Das System ermöglicht es beispielsweise Ärzten, aus den eigenen Fehlern und denen anderer zu lernen. Daraus lassen sich Strategien zur Vermeidung unerwünschter Ereignisse und zur Verbesserung der Patientensicherheit entwickeln", erklärte Köhler. Prof. Günter Ollenschläger, Leiter des ÄZQ, fügt hinzu "CIRSmedical.de ist ein Erfolgsmodell. Die Anzahl der Fehlerberichte nimmt stetig zu, ebenso wie Anfragen zur Einrichtung von Berichtssystemen. Ärzte wollen offensiv mit Fehlern umgehen. Die Sicherheitskultur hat sich in den vergangenen fünf Jahren ganz klar positiv verändert."
Das Portal richtet sich an alle im Gesundheitswesen Beschäftigten und findet sich im Internet unter www.CIRSmedical.de. Auch Patienten können kritische Ereignisse melden. Die Berichte sind von jedem einsehbar. Das ÄZQ anonymisiert diese zuvor, so dass ein Rückschluss auf die beteiligten Personen oder Orte nicht möglich ist. Nutzer der Plattform können die Meldungen kommentieren. 2008 hat das ÄZQ einen Fachbeirat eingerichtet, der die Analyse der Berichte unterstützt. Dieser Fachbeirat besteht aus 49 Experten aus 44 Institutionen, darunter Fachgesellschaften und Berufsverbände.
|
 |